Konzept

Welche Bedeutung hat ein Kunstort an welchem Standort? Wird ein Raum als freie Ausstellungsplattform unabhängig von seinen Koordinaten bespielt? Oder müssen Raum und Kunst gerade in ihrem Kontext begriffen und diesem ein besonderes Augenmerk beigemessen werden?

Die Ausstellungsreihe FAK2018, kuratiert von Elisa Ehresmann, Natalia Heiß, Lina Kratz, Larissa Scheidt, Pia Voß und Sarah Vöcking, nimmt sich dieser Fragen an und stellt das kommende Jahr unter den Begriff der Selbstbefragung. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit der Beziehung von Kunstort, Kontext und den dort gezeigten künstlerischen Arbeiten. Der Ausstellungsraum des Förderverein für Aktuelle Kunst e.V. (FAK) befindet sich im Kasino einer ehemaligen Kaserne im Münsteraner Norden, das heute ein Atelierhaus ist. Es liegt eingebettet in eine Siedlung, die Anfang der 2000er Jahre als „Werkstatt-Stadt“ Lincoln-Quartier rund um die ehemalige Kaserne entstanden ist.

Ausgehend von den ortsspezifischen Merkmalen und Rahmenbedingungen sind junge Künstler_innen eingeladen, in intensiver Auseinandersetzung mit dem Umfeld das Potenzial des Kunstortes zu ergründen und kritisch zu befragen. Dabei sind ihnen inhaltlich und hinsichtlich des künstlerischen Mediums keine Vorgaben gemacht. Die einzig feststehenden Parameter sind der Raum und sein Standort. Von der Nutzung des Ausstellungsraums als White Cube bis zur Auslagerung in den weiteren Stadtraum sind vielfältige Umgangsweisen mit der zugrundeliegenden Thematik denkbar. Uns interessiert, welche Arbeiten an diesem, mit diesem, gegen oder ohne diesen Ort entstehen können.

Der FAK wird zum Experimentierfeld.

Mit diesem Forschungsansatz soll über den gesamten Projektzeitraum auch reflektiert werden, inwiefern die Verhandlung der genannten Fragestellungen über das Ortsansässige hinaus von Interesse ist. Da der konzeptionelle Fokus auf der Entwicklung ortsspezifischer Arbeiten liegt, soll ein möglichst breites Spektrum an Künstler_innen erreicht werden, die Interesse haben, sich mit den örtlichen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen.

Im Wege einer öffentlichen Ausschreibung werden vier verschiedene künstlerische Positionen ausfindig und ihre Betrachtungsweisen sichtbar gemacht.

 

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