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Die Berliner Künstlerin Caroline Bayer (*1973) und das in Velbert arbeitende Künstlerduo OSTER+KOEZLE (beide *1950) beschäftigen sich in ihren Werken mit der sie umgebenden Architektur. Dabei verfremden sie in ganz unterschiedlicher Weise Räume und Plätze, so dass diese abstrakt und bisweilen konstruktivistisch oder skulptural erscheinen.
Caroline Bayers Kunst ist meist ortsgebunden, so setzt sie sich direkt mit dem Ausstellungsraum, seiner Historie und seinen architektonischen Besonderheiten auseinander. Am Anfang ihrer Arbeiten steht die Zeichnung, die sie jedoch nicht von Hand, sondern mit industriell gefertigtem Klebeband auf Wände und Böden des Ausstellungsraumes bringt. In den letzten Jahren arbeitet die Künstlerin auch vermehrt mit Holz und Metall, die geometrisch angelegte Raster bilden und zumeist frei im Raum stehen. Auch hier tritt vor allem die Betonung der Linie in den Vordergrund. Durch den Verzicht auf jegliche Farben – sowohl die Klebearbeiten als auch ihre Skulpturen sind in Schwarz oder Grautönen gehalten –, lenkt sie den Blick auf die Formen und Strukturen ihrer Werke. Erinnerungen an Karten, Pläne und Grundrisse werden beim Betrachter geweckt. Und tatsächlich dienen ihr nicht selten Materialien der Katasterämter als Vorlage für ihre Arbeiten.
OSTER+KOEZLE arbeiten seit 1999 als künstlerisches Duo zusammen. Der eine Fotograf, der andere ein Maler. In ihren Werken verschmelzen die Disziplinen in einer ganz besonderen Art und Weise. Schon von Beginn an, liegt der Fokus auf der digital nachbearbeiteten Fotografie. Als Grundlage dienen dabei fotografische Bilder von Innenräumen, aus denen sie markante und spannende Details herauslösen. Zumeist stammen die von SG Koezle aufgenommen Räume aus dem künstlerischen bzw. musealen Umfeld, da sich die sog. White Cubes besonders für die spätere Bearbeitung eignen.
Am Computer werden farbige Felder über die Fotografien gelegt, wodurch die Räume in unterschiedlichen Graden verfremdet werden. Mal erinnern die Aufnahmen an eine Art abstraktes Vexierbild, in dem sich die gezeigten Räume zeitgleich nach vorn zu wölben und nach hinten zu öffnen scheinen. In ihren jüngsten Arbeiten geht die Verfremdung so weit, dass sich die die Räume nicht einmal mehr ansatzweise rekonstruieren lassen. Dennoch hat ihre Arbeit nichts Zerstörerisches. Vielmehr schaffen sie skulpturale Erscheinungen, die in den Raumaufnahmen verborgen liegen und durch die beiden Künstler freigelegt werden.
Caroline Bayers und OSTER+KOEZLEs Arbeiten verbindet nicht nur der Umgang mit Architektur, so ist es vor allem die Suche nach baulichen Besonderheiten und das Spiel der Dimensionen. Während Caroline Bayer ihre Umgebung bisweilen in die Zweidimensionalität übersetzt, schaffen OSTER+KOEZLE mit ihren Fotografien, die Begrenztheit des Mediums zu überschreiten und Dreidimensionale Bilder erzeugen.

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