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Wir kommen in diese Ausstellung nicht, um Dinge anzuschauen. Wir kommen einfach herein, sind umgeben und werden Teil dessen, was uns umgibt – passiv oder aktiv je nach unserer Gabe, uns zu engagieren, genau in dem Maße, in dem wir uns aus der Totalität der Straße oder unseres Hauses herausbegeben haben, wo wir ebenfalls eine Rolle spielten.

Allan Kaprow

 

Der Raum ist eine gegebene Größe notwendiger Parameter für die Lebensrealität des Menschen, er ist syntaktisches Element zur Orientierung. Als Hintergrund oder Kulisse fungiert der Raum als Projektionsfläche für Realisierbares oder rein Ideelles. Das Individuum, das den Raum erlebende Subjekt, steht als Betrachter in einem Dialog mit dem Künstler. Das Subjektive ist eine notwendige Voraussetzung für einen Raumbegriff als Kunstraum.

Einen realen Raum auszufüllen kann auf verschiedene Weisen geschehen – die Kunst liefert dafür vielerlei Ansätze: materiell, ideell, konzeptuell, performativ. Dabei kann die Rolle von Materialität und haptischen Erleben hinterfragt werden. Welche Aspekte sind es, die den Raum als komplexes Konstrukt der menschlichen Wahrnehmungsstruktur implizieren? Können ausschließlich akustische und visuelle Reize, die einer kontinuierlichen Veränderung unterliegen, das „Ausfüllen des Raums“ übernehmen?

Ein neues Kuratoren-Team von sieben jungen Kunsthistoriker*innen der WWU Münster organisiert in den Räumlichkeiten des Fördervereins Aktuelle Kunst Münster e.V. (kurz: FAK) das diesjährige Ausstellungsprogramm. Gezeigt werden in der Fresnostraße 8 von April bis Dezember 2014 vier Einzelausstellungen mit Werken von Künstler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie eine finale Jahresausstellung. Spezialisiert auf prozesshafte Raum- und/oder multimediale Soundinstallationen, thematisieren die Künstler*innen das individuelle Erleben von Raum und Umgebung. Akustische, visuelle und haptische Reize animieren zur Durchbrechung gewohnter Wahrnehmungsmuster und laden die Besucher*innen 2014 in einen experimentellen Erfahrungsraum zeitgenössischer Kunst ein.

In Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der WWU realisiert das Kuratoren-Team zudem ein Offspace-Projekt im Geisbergweg 12. Dort werden im Schaufenster der Zweigbibliothek der Kunstgeschichte in der Woche vor offiziellem Ausstellungsbeginn und dann parallel zur jeweiligen Ausstellung in der Fresnostraße ausgewählte Kunstobjekte in zentraler Stadtlage am Durchgang zum Domplatz präsentiert.

Eine Film-/Gesprächsreihe mit den Künstler*innen, Kuratorenführungen und ein pädagogisches Programm begleiten die Ausstellungen des Jahresprogramms FAK.14.

 

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